Ein Blog über Menschen, Tiere und Aliens. Und manchmal Typografie.

Die heutige Frauenrolle

Jan 102018

Wie selbstverständlich sollen/dürfen Frauen heutzutage das gleiche lernen und arbeiten wie Männer. Und das tun sie ja auch mit Eifer. Abi, was tolles studieren, ja, sogar Ingenieurswesen oder sowas. Diplome und Doktortitel.

Jetzt kommt das große Aber. Es ist nach wie vor auch selbstverständlich, dass eine Frau gleichzeitig ihre Frauen-/Weibchenrolle zu spielen hat. Es steht außer Frage, wer auf der Büroetage für das Ein- und Ausräumen der Spülmaschine zuständig ist: die Frauen. Scheißegal ob Sekretärin oder abteilungsleitende Ingenieurin. Hast nen Schwanz, musste das nicht machen, und keiner guckt dich dafür schief an. GANZ anders bei Frauen. Wenn du bei der Hausarbeit nicht mitmachst, wirst du ganz schön schief angeguckt – aber hauptsächlich von den anderen Frauen! Von den Männern nicht so, das liegt aber daran, dass die eh nicht darauf achten, wer ihnen da hinterherräumt. Das Schlimme ist: Man räumt als Frau selbstverständlich die Spülmaschine leer, weil man das als Mädchen so gelernt hat und es einfach erwartet wird, weil man keine große Sache daraus machen will. Aber der Hauptgrund ist: Man will von den anderen Frauen nicht geächtet werden.

Ebenfalls nach wie vor Standard: Frauen müssen wie selbstverständlich alles unter einen Hut bekommen und dabei GRANDIOS PERFEKT sein! Vollzeitjob, Kinder mit allem was dazugehört, dabei jeden Tag was Frisches kochen, ab und zu backen, den Haushalt schmeißen, die Wäsche, sich um Angehörige kümmern, mit dem Hund gehen UND ganz selbstverständlich natürlich jederzeit gut aussehen, immer fasten!!!, immer frisch rasiert sein!!!! und schön zum Sport gehen.

Alter Schwede. Und was machen die Männer? Ja, klar nehmen die der Frau was ab. Aber eben weitaus weniger als 50 % ihres Zusätzlich-zum-Job-Pensums. Wenn der Mann von der Arbeit kommt, wird er bewundert als der große Familienernährer, der sich jetzt aber mal bitteschön ausruhen darf beim lecker Bierchen vorm Fernseher*. Die Frau verdient ja leider meistens ein bisschen weniger und zack! Hat sie den gänzlich anderen Status. Nach Feierabend noch kochen, putzen, …(siehe oben) und natürlich null Bewunderung. Aber selbst wenn sie mehr als der Mann verdienen würde, wäre das so, es würde sich nur anders anfühlen. Der Witz ist ja: Mein Vater zum Beispiel zeigt eine riesige Missachtung gegenüber meinem Cousin – bloß weil er weniger verdient als seine Frau! Und weil er sich mehr um die Kinder kümmert, also normalerweise. Unfassbar, oder? Wie oft habe ich mich darüber schon aufgeregt. Ja und??? Die fahren das Modell eben andersrum??? Ich will gar nicht wissen, wie viele andere Leute noch so schlimme Vorurteile haben, wie mein Vater.

Und dann das Kinderkriegen. Leider hat es die Natur eben so eingerichtet, dass die Frau gebärt. Und damit hat sie die Arschkarte gezogen. Egal, ob du überhaupt Kinder hast oder planst: Automatisch bekommst du weniger Gehalt, weil von vorneherein eingerechnet wird, dass du wegen Kindern öfter ausfällst (weil du sie bekommst oder diese krank werden). Und wenn man aus dem gebärfähigen Alter raus ist bzw. die Kinder schon groß sind, bekommst du dann mehr Geld? Nöööööö!

* Story am Rande:
Ich bewundere meinen Mann sehr und ich gönne ihm von Herzen, dass er einen Karriereschritt nach oben gemacht hat! Dennoch wundert mich, wie seine und meine Familie und Freunde darauf reagieren – denn das ist gänzlich anders als damals, als sie auf meine Beförderung reagiert hatten. Diese unterschiedlichen Reaktionen finde ich unfassbar. Er wird als der große Star gefeiert, den man jetzt siezen muss. Er bekommt viel Respekt gezollt, weil er Teamleiter geworden ist. Ich bin schon seit Jahren Abteilungsleiterin. Das hat damals aber rein gar keinen interessiert! (Außer meinen Mann natürlich. Der ist ja auch mein Liebster.) „Ah, toll schön“ war das höchste der Gefühle.

Ich bin jetzt natürlich einfach nur neidisch auf meinen Mann. Ich muss aufpassen, dass ich vor Eifersucht nicht mal sowas sage wie „He! Ich bin schon seit Jahren Abteilungsleiterin! Mich bewundert keiner!“. Das behalte ich schön für mich.

Rentnertarn

Nov 192017

[Aufreger] Es ist Banane und traurig zugleich. Aber ist euch auch schon aufgefallen, dass fast alle alten Leute Tarnfarben tragen? Es handelt sich um das sog. „Rentnertarn“, sprich, alle Variationen von beige. Das kann aber auch schonmal kombiniert sein mit weiß (vornehmlich Schuhe) oder grau (aber kein dunkelgrau). Wie kommt das? Wie prägend muss denn damals die Mode gewesen sein, dass gefühlt 80 % aller über 65-jährigen heutzutage diesem Kleidungsstereotyp entsprechen? Wobei das vor 25 Jahren auch schon so war, dass alte Leute Rentnertarn trugen. Das kommt wohl nie aus der Mode? Ist das so wie wir heutzutage Jeans tragen? Ist die Jeans dann in 30 Jahren genauso altbacken wie heutzutage beige? Tragen die Rentner Rentnertarn, weil sie möglichst unauffällig sein wollen? Aber wem wollen sie nicht auffallen? Taschendieben, rüpelhaften Jugendlichen? Ist das Beige ein Zeichen für „tu mir nichts, ich bin schon ganz alt“? Und ab wann fällt ein/e Renter/in in dieses Schema? Meine Eltern sind jetzt beide 70, von beige und weißen Schuhen ist aber noch keine Spur zu sehen. Ich bin mal gespannt. Schließlich ist 70 das neue 60.

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Asige Frisen

Nov 192017

[Aufreger] Ja, es gibt sie, immer und überall. Bemerkenswerterweise treten sie gehäuft auf Köpfen von Menschen auf, die in der ehemaligen DDR aufgewachsen sind.

Menschen aus dem „Osten“ erkennt man übrigens, wie so viele andere Nationalitäten auch, an ihrer Gesichtsform und -ausdruck. Da liege ich in 9 von 10 Fällen richtig, BEVOR ich sie habe ein Wort sprechen hören. Siehe auch die niederländische Hackfresse.

Kaukasische Menschen (Polen, Russland usw.) erkennt man übrigens immer an ihrem platten Hinterkopf und bei Frauen an den hohen Wangenknochen, auch hier liege ich meistens richtig.

Kommen wir zurück zu den Hackfre… ääh asigen Frisen. Diese findet man gehäuft in Zoos, Freizeitparks und in der Fußgängerzone (eben der Paradetummelplatz bildungsferner Schichten), oftmals begleitet von einem Kinderwagen und noch ein bis zwei weiteren, bereits selbsttätig laufenden Kindern. Zigaretten sind ebenfalls nicht wegzudenken.

Den Vogel abgeschossen hat eine asige Familie in einem Zoo im Ruhrgebiet (siehe Bilder). Sie kamen natürlich aus dem Osten (siehe die Hackfressen von Mutti und Sohn). Jedes Familienmitglied hatte teilweise eine bunte Haarfärbung und den anderen Schädelteil kurzrasiert. Mal längs mal quer mal hinten mal vorne mal oben mal unten. Bis auf den Vati, der hatte nur einen Popeye-Pullover, der war zumindest ganz witzig.

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Fellrandkapuzen und Winterknöchel (Flanking)

Nov 192017

[Aufreger] Ach du lieber Heiland. Da sind sie wieder. Diese hässlichen, exorbitant großen und breiten Fellrandfusselkapuzen. Eine einzelne stört mich ja gar nicht. Aber wieso laufen gefühlt 80 % aller Menschen und vor allen Dingen 95 % aller unter 25-jährigen damit rum? Gibt es keine anderen Jacken, Mäntel, Anoraks? Die sehen dann auch noch alle gleich aus. Betrachte am Bahnsteig eine Schülergruppe im Winter und 95 % davon haben eine sehr breite Fellrandkapuze.

Die Jungs verfolgen ja gerade die Trends von den Lochis und Justin Bieber, also eine Föhnfrisur mit viel Haarspray, Asitoaster, Körperhaarlosigkeit, nackte Knöchel aufgrund einer hochgekrempelten Hose (ein must have, das hat sogar einen Namen! Flanking!) und Fellrandkapuze. Die Mädchen fast analog, aber mit langen glatten Haaren, die wie Spaghetti über die Fellrandkapuze hängen.

Das schlimme an den Fellrändern ist ja, dass die Bekleidungshersteller oftmals echte Felle von irgendwelchen Tieren (sogar Katzen) dafür einsetzen, weil diese im Ausland billiger zu haben sind als Webpelz. Unfassbar!!!!!!

Die nackten Knöchel. Da friere ich immer schon beim Hingucken. Ihr müsst da mal drauf achten, wieviele Menschen (meistens unter 25) auch jetzt im November die Hosenbeine hochgekrempelt haben. Alter Schwede. Sogar der Nacktfesselfetischist trägt derzeit Socken! Aber nicht irgendwelche, nein, ganz bunte! Denn er hat nach wie vor Hochwasserhosen an, damit man die auch sieht.

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Der Wagenstandsanzeiger

Nov 182017

[Bahntypen] Den Wagenstandsanzeiger habe ich schon lange nicht mehr gesehen, weil ich vor paar Jahren umgezogen bin. Er ist aber ein bemerkenswerter Bahntyp gewesen und ich denke, dass er immer noch täglich sein Verhalten an meinem ehemaligen Heimatbahnhof ausübt:

Er ist der Wagenstandsanzeiger. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ganz phlegmatisch platzierte er seinen silbernen Aktenkoffer immer zwischen seine Beine, und zwar ganz genau an der Stelle am Bahnsteig, von der er erwartete, dass sich genau dort seine favorisierte Wagentür öffnen würde, sobald der Zug denn eingefahren sein würde. Aber wehe, es war ein anderer Lokführer oder es fehlte ein Wagen oder es hing ein Wagen mehr dran als sonst! Dann war aber die Kacke am dampfen. Denn dann musste er schnell sein. Schnell zur nächstbesten Tür rennen, um einen Sitzplatz zu ergattern. Und er hat beim Warten IMMER Zeitung gelesen und die Teile der Zeitung, die er schon gelesen hatte, in den nächstbesten Mülleimer geworfen, dann hatte er nämlich an dem Rest der Zeitung nicht mehr so schwer zu schleppen.

 

UPDATE: Der humpelnde Chinese

Nov 162017

[Bahntypen] Der humpelnde Chinese kommt immer kurz vor Abfahrt des Zuges mit dem Damenfahrrad angesaust, kettet dieses an und zündet sich noch schnell eine Zigarette an, bevor er auf den Bahnsteig humpelt. Er trägt IMMER eine wattierte, schwarze Kapuzenweste und einen kaputten Rucksack.

UPDATE: Der humpelnde Chinese hat einen neuen Rucksack! Von Fila. Aber dafür rutscht ihm neuerdings die Fahrradkette an seinem Damenfahrrad durch, wenn er eine Steigung fährt. Man kann eben nicht alles haben.

Wie einfach muss das Leben für schöne Menschen sein?

Nov 162017

[Vermischtes] Da gibt es Studien, die besagen, dass hübsche Kinder es in der Schule leichter haben und dass diese dort bevorzugt würden. Wenn ich so an meine eigene Schul- und auch schon die Kindergartenzeit zurückdenke, kann ich das unterschreiben. Ich glaube, die wenigsten Leute und in diesem Fall die wenigsten Lehrer bevorzugen mit Kalkül, sondern das muss irgendwie vom Stammhirn ausgehen. Oder ist es nur in unserer modernen Gesellschaft so? Schließlich ist Schönheit heutzutage und hierzulande ein extremes Statussymbol, genauso wie Schlankheit in einer Welt, in der es immer und überall Essen im Überfluss gibt. Und großen Männern gesteht man automatisch das höhere Durchsetzungsvermögen o.ä. zu.

Wenn ich ein Designerbaby haben könnte, und ich dürfte mir nur ein Attribut aussuchen, Schönheit oder Intelligenz, was würde ich wählen? Wo hätte das Kind in der heutigen Zeit mehr von? Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Würde ich überhaupt von der Möglichkeit des Designens Gebrauch machen? Viele, sehr viele haben da ja ethische Bedenken. Keine Frage. Aber will man nicht immer nur das Beste für sein Kind? Sollte es mein Kind nicht leichter haben als ich? Gerade was ein Statussymbol wie Schönheit angeht?

Ist Intelligenz ein Statussymbol? Früher dachte ich immer, dass ein Hochschulabschluss ein exorbitantes Statussymbol ist. Schließlich habe ich alle beneidet, die damals schon studiert haben, als ich noch Azubi war. Da habe ich eben auch studiert. Ja, sehr erfolgreich mit gleich zwei Abschlüssen. Aber würde ich das noch einmal so machen, wenn ich wüsste, wie es hinterher ist? Wie es sich anfühlt? Ich weiß es nicht. Ich fühle mich jetzt nicht besser oder schlechter.

Es hat sich aber eines in den letzten Jahren geändert: Früher habe ich mich über meinen ach so tollen Job und mein Studium definiert. Ich hatte wohl nichts anderes, was mich irgendwie ausgemacht hat, und ich war ein Workaholic. Im Nachhinein ist mir das nicht peinlich, aber ich habe großen Abstand davon genommen. Heutzutage ist es eher umgekehrt, dass ich das alles nicht so an die große Glocke hänge und vermeide, über meine Ausbildung und Beruf zu sprechen. Warum? Ich habe festgestellt, dass andere sich dann klein fühlen. Genauso wie ich früher. Jetzt bin ich auf der anderen Seite. Mein Bruder zum Beispiel gibt manchmal damit an, dass er eine Gehaltserhöhung oder einen neuen Firmenwagen bekommen hat. Da sage ich immer zu meinem Mann: „Tja, früher war ich auch so“.

Vielleicht habe ich auch nur studiert, weil ich nicht schön bin und wusste, dass ich Schönheit auch nie erreichen werde. Ein Hochschulabschluss hingegen war ein fernes, aber erreichbares Ziel, in das ich allen Ehrgeiz gesetzt habe.

„Wer einen hohen Turm bauen will, muss lange am Fundament arbeiten“. Ohne dieses Fundament, auf dem ich mich wirklich sicher fühle, hätte ich mich niemals getraut, Stellen im mittleren Management anzunehmen. Ich habe also sehr viel Blut, Schweiß und Tränen investiert, um dahin zu kommen, wo ich jetzt bin. Ich brauchte das Studium anscheinend, um sicher genug zu sein. Weil ich nichts anderes hatte, auf das sich mein Selbstvertrauen hätte begründen können.

In meiner Jugendzeit gab es einen Werbespot, ich glaube, er war von Levi’s, mit dem Claim: „There’s no need to be perfect when you look good“. Das hat sich in mein Gehirn eingemeißelt und wirkt bis heute: Wenn du nicht gut aussiehst, musst du in allem anderen perfekt sein.

Das ist meine ureigenste Erfahrung: Man muss immer doppelt und dreifach so gut sein wie [ein Mann | eine schöne Frau], um das gleiche zu erreichen.

Wie einfach muss also das Leben für schöne Menschen sein?

Schöne Kolleginnen/Kollegen, mit denen ich beruflich zu tun habe/hatte: zum Kotzen. Ganz ehrlich. Und von denen gibt es sooooo viele. Und alle beneide ich. Weil sie so unbedarft und naiv und doof an die Sache drangehen, fachlich wirklich gar nichts drauf haben außer Zahnbelag, nur heiße Luft um ihre eigene Person verbreiten und – damit extrem erfolgreich sind. Schönheit und Charisma gehen auch und gerade in der Berufswelt vor Intellekt und Fachwissen. Aber achtkantig. Wie einfach muss deren Leben denn sonst so sein??? Ich kann es mir gar nicht vorstellen, bin nur immer wieder verblüfft, wie weit man es mit einer fadenscheinigen Praktika-Vita und 90-60-90 bringen kann, wenn man nur genug Selbstbewusstsein hat, seine Dummheit wegzulächeln.

Das sehe ich jetzt neuerdings bei unserem Hund. Wie krass sich die Leute ihm gegenüber benehmen – bloß weil er schön ist. Ihm liegt wahrhaftig die Welt zu Füßen und jeder, wirklich jeder ist von ihm begeistert. Dabei kennen sie ihn gar nicht, sondern sehen nur sein Äußeres. Sieht schön aus, also muss er auch automatisch lieb, intelligent und wohlerzogen sein. Ihm werden nur die besten Eigenschaften zuerkannt. So ähnlich muss es den schönen Menschen auch gehen. Das Spannende ist, bei dem Hund zeigen die Leute ganz offen und unverfroren ihre Bevorzugung der Schönheit.

Ich liebe meinen Hund, aber, ganz ehrlich, wegen seines Charakters. Seine Schönheit ist nice to have, jedenfalls für mich. So geht es mir auch mit Menschen. Wegen meinen eigenen Erfahrungen bevorzuge ich bei Bewerbern eher den/die nicht so schöne Person. Weil die mehr drauf haben, als nur schön zu sein, aber nicht so ein megagroßes Selbstbewusstsein haben und deshalb mehr Biss. Aber damit scheine ich recht einsam zu sein.

Als schöner Mensch reicht es also aus, schön zu sein, um etwas zu erreichen, weil einem alles zufliegt und es einem sehr leicht gemacht wird. Wie unbeschwert ein solches Leben doch sein muss. Und nun frage ich noch einmal. Was gebe ich meinem Designerbaby: Intelligenz oder Schönheit?

Ganz ehrlich, ich würde ihm Schönheit geben.

 

PS: Jaja. Ich habe mir den Hund doch auch aufgrund seines Äußeren ausgesucht, könnte man jetzt denken. Nein. Er hat uns gefunden und ausgewählt.

 

Der Banker

Nov 152017

[Bahntypen] Der Banker ist ein schlonziger Typ. Er trägt schlecht sitzende Anzüge und hat kein Rückgrat, das sieht man an seiner komischen gummiartigen Haltung. Er guckt immer sehr verkniffen und hat immer seinen Roller dabei, mit dem er zum Bahnhof gerollert kommt und mit dem er scheinbar am Zielort zur Arbeit rollert.

Das Männlein

Nov 152017

[Bahntypen] Das Männlein ist eigentlich ganz süß. Und ein bisschen geheimnisvoll. Es handelt sich um einen eher kleinen und sehr schlanken Mann, der einen sehr zurückhaltenden Eindruck macht. Nach dem Motto: „Stille Wasser…“. Er ist Mitte/Ende 40 und grau meliert mit Dreitagebart. Also nicht schlecht. Aber eben sehr zierlich, viel zu zierlich für meinen Geschmack, da wäre nix zum Knuddeln dran… Seit ich den Film „mein ziemlich kleiner Freund“ gesehen habe (den ich übrigens empfehlen kann), sehe ich ihn mit etwas anderen Augen.

Die Biafrakinder

Nov 142017

[Begegnungen] Auf die Biafrakinder bin ich ganz und gar nicht stolz. Irgendwie. Weil es ja ein fieser Begriff ist. Trotzdem spukt er mir jedes Mal durch den Kopf, wenn ich ganz besonders dünne Menschen (meistens Frauen) sehe. Wahrscheinlich bin ich einfach nur neidisch, weil sie so unfassbar schlank sind.

Der Raucher

Nov 122017

[Bahntypen] Der Raucher ist sehr distinguiert mit seinem weißen Haar, dem Bart, der Brille und dem Anzug. Aber er ist anscheinend hochgradig nikotinabhängig und muss sich immer sofort nach dem Aussteigen als erstes eine anzünden. Bei jedem Wetter. Dann geht er zu seinem Auto. Ich schätze, er hat noch zehn Jahre bis zur Rente. Die wird er noch aussitzen. Rauchend.

Der Raucher hat O-Beine. Wie so ein Fußballspieler. Fußballspieler haben immer alle O-Beine. Und gehen komisch. So typisch halt. Sind ganz cool und rotzen auf die Straße. Naja, der Raucher jetzt nicht, dafür ist er zu alt.

Meine Doppelgängerin

Nov 102017

[Bahntypen] Ich habe sie nur ein einziges Mal gesehen. Sie stieg eine Haltestelle vor meiner Ausstiegshaltestelle ein und ich hatte exakt 7 Minuten, um mir zu überlegen, ob ich sie irgendwie ansprechen soll. Ich dachte an ein nettes Gespräch und ein Selfie. Aber das fand ich dann irgendwie blöd. Ich war sehr aufgeregt, weil auch sie immer zu mir rübergeschielt hat. Irgendwas musste ich also machen. Als ich beim Aussteigen an ihrem Sitz vorbeikam, habe ich sie ein bisschen angegrinst und gezwinkert. Sie hat zurückgegrinst. Immerhin.

Der Bettler

Nov 072017

[Bahntypen] Das ist auch so eine Sache, da gibt es solche und solche und solche. Ich beschreibe hier mal den Typ Bettler, vor dem ich Angst habe. Ok, das sind dann doch mehrere Typen. Allesamt sind die mir nicht ganz geheuer, deswegen, weil sie anscheinend irgendwie drauf sind, auf Alkohol oder anderen Drogen. Weiß ich nicht. Aber das macht sie manchmal aggressiv. Man wird also richtig bedroht, wenn man keine oder zu wenig Kohle abdrückt. Ein Bettler in der Innenstadt ist mir mal gut 15 Minuten hinterhergelaufen (ich bin eher gerannt), um mich die ganze Zeit wüst zu beschimpfen. Da hatte ich richtig Angst. Am abendlichen Bahnhof war mal einer, der war riesengroß und wurde sehr böse, weil ich keine zwei Euro hatte. Und dann war da noch der aggressive an irgendeinem Fernbahnhof, der mir hinterherlief, bis ich einen Bahnbediensteten gefunden habe. Dann ist er abgehauen.

Die niederländische Hackfresse

Nov 042017

[Aufreger] Hierauf bin ich auch nicht stolz, weil es wirklich fies ist und höchst subjektiv. Aber ich meine, dass man bei vielen Menschen rein am Gesicht bzw. an der Mundbewegung sehen kann, welche Sprache der-/diejenige spricht. Und bei manchen sieht es leider aus wie eine Hackfresse und wirkt auf mich abstoßend. Niederländisch ist ein gutes Beispiel. Wenn ich jemand Fremdes sehe, denke ich manchmal, könnte Holländer sein, und wenn ich ihn/sie dann sprechen höre: Bingo. Die sprechen viel mit einer breitgezogenen, abstehenden Unterlippe. Das wirkt sich aufs Gesicht aus. Wirklich wahr, schaut euch mal Sylvie Meis an, vor allem, wenn sie spricht.

Der Tätowierte

Nov 022017

[Bahntypen] Der Tätowierte ist auch so ein Schneckchen. Bei uns war mal ein Handwerker, und dessen Assistent war am ganzen Arm tätowiert, groß, muskulös und irgendwas um die 30. Ein bisschen dumm vielleicht. Aber ihr kennt ja das Sprichwort. Der Tätowierte in der Bahn sieht irgendwie genauso aus. Vielleicht ist es ja derselbe? Man weiß es nicht. Der tätowierte Handwerker hatte sich beim Handwerken den Pullover ausgezogen, wobei sein T-Shirt mit hochgerutscht ist. Ich habe mich natürlich nicht getraut, genau hinzugucken, um den Bauch zu inspizieren. Hätte mich ja schon mal interessiert.

Der Schöne

Nov 012017

[Bahntypen] Der Schöne sieht ein bisschen aus wie mein Mann. Deswegen heißt er auch der Schöne. In meinen Augen ist er schön (mein Mann ist natürlich schöner!), in den Augen anderer vielleicht nicht. Das ist ja immer Geschmackssache. Der Schöne ist Anfang 40, dunkelhaarig, hat einen kleinen Bauch, ist meistens etwas schicker angezogen und hat eine Brille (die hat mein Mann allerdings nicht, obwohl sie ihm sehr gut stehen würde).

Der Telefonierer

Nov 012017

[Bahntypen] Boah ey was gehen die mir auf den Zeiger. Wen interessiert denn das ganze dumme Gequassel? Und wieso telefonieren die sogar lautstark im „Ruhe“-Zugabteil? Man kann ja nicht weg, man kann ja nicht flüchten und sich dem Gesülze entziehen, man muss zwangszuhören. Das ist reine Folter. Was ich da schon alles hören musste, ist nicht feierlich. Ich selbst hasse es, im Zug oder am Bahnsteig zu telefonieren. Weil ich die Leute nicht belästigen will. Schließlich gibt es die geräuschlosen Lösungen WhatsApp, Threema und Signal.

 

Der dicke Hund

Okt 302017

[Begegnungen] Der dicke Hund tut mir irgendwie leid, aber ich bewundere ihn auch irgendwie, genauso wie sein Frauchen. Ich sehe ihn ab und zu, wenn ich in der Mittagspause draußen herumlaufe. Da läuft er auch mit seinem Frauchen herum. Der dicke Hund ist braun, wahrscheinlich ein Labrador und einfach unfassbar dick. Ich nehme an, dass er aus einer schlechten Haltung kommt und sein jetziges Frauchen ihm einen guten, aber gesünderen Lebensabend verschaffen will, denn sie versucht ihn immer ein bisschen zu hetzen, vermutlich, damit sein Puls in Wallung kommt. Ich bewundere die Frau, weil sie sich nicht etwa schämt, sondern ganz selbstverständlich, stolz und ohne Leine mit dem Hund durch die Stadt läuft. Ich beobachte dann die Passanten. Was meint ihr, wie die glotzen. Unfassbar. Die denken sicherlich, das Frauchen habe den Hund so dick gefüttert. Das weiß ich natürlich nicht, welche Version jetzt stimmt. Müsste ich mal fragen. Traue ich mich aber nicht. Eine Passantin hat erst den Hund angestarrt und dann mich, und zwar mit einem sehr bösen Blick. Ja, neben einem dicken Hund fällt eine dicke Frau dann eben doch noch mehr auf als normalerweise. Stört mich aber nicht – ich solidarisiere mich mit dem dicken Hund!

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